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Pensionsalter, Frühpensionierung und Spätpensionierung

Älterwerden ist ein schwieriges Thema für alle Menschen. Abschied nehmen von Karriere und Berufsleben ist noch schwieriger, wenn wir darin trotz hohem Einsatz viel Freude, Erfolg und Befriedigung gefunden, wenn wir uns stark mit unserer Arbeit und unserer Berufsrolle identifiziert haben.

Am schwiergsten ist es wohl für Singles, die mit ihrem Beruf "verheiratet" sind. Vielleicht wird der Beginn des neuen Lebensabschnitts auch für Sie zu einer echten Herausforderung - sonst würden Sie diese Zeilen wohl nicht lesen. Dann haben Sie auch gelernt, Herausforderungen als Chance zu verstehen und zu packen. Für die Jahre zwischen 60 und 70 wünschen sich die meisten Menschen eine harmonische Kombination von "Muss", z.B. in Form einer beruflichen oder ehrenamtlichen Teilzeittätigkeit, von "Kann", z.B. durch Weiterbildung im schon lange gepflegten Interessensgebiet, und von "Musse" im Sinne von endlich Zeit haben und geniessen.

Eine gelungene nachberufliche Lebensgestaltung ist reich an neuen, selbst gewählten und individuell sinnvollen Aufgaben, lässt jedoch auch viel Raum für sich selbst und das persönliche Umfeld.

Übergang zur Nachberufszeit
Nachdem wir im Verlauf von Karriere und Berufsleben viele Veränderungen mehr oder weniger erfolgreich bewältigt haben, steht mit der Pensionierung, mit 60plus und dem Übertritt vom aktiven Erwerbsleben in die Nachberufszeit die wohl anspruchvollste Veränderung in unserem Leben an.

Die meisten von uns haben zu diesem Zeitpunkt auch im Privatleben schon schwierige Übergänge meistern müssen, vielleicht gar in mehreren Lebensbereichen. Trennung, Scheidung, auch Krankheit und der Tod von nahen Angehörigen und Freunden schmerzen sehr, besonders wenn sie uns plötzlich und unvorbereitet treffen. Viele haben auch erlebt, wie die Kinder erwachsen wurden, das Elternhaus für sie an Bedeutung verlor und sie einen eigenen Hausstand gegründet haben.

Allmählich sich vollziehende Veränderungen haben eine andere Qualität und geben uns länger Zeit zur Anpassung als eine (Früh)Pensionierung. Das ist eine in ihrer Art noch nie "geübte" Veränderung, und es gibt in der heutigen Zeit auch kaum noch taugliche Leitbilder zur Bewältigung dieses Lebensbruchs. Das ist Privatsache geworden. Viele Menschen, besonders Männer, richten ihre Aufmerksamkeit jedoch lieber auf ihre Karriere und verdrängen das Thema Pensionierung so lange und so gut es geht.

Ehrlich gesagt: selbst eine rechtzeitige Vorbereitung auf die Pensionierung kann nicht verhindern, dass der Abschied vom aktiven Berufsleben viele von uns emotional durchschüttelt. Doch sie bietet Gewähr dafür, dass wir auf eine Navigationshilfe zurückgreifen können, wenn wir sie brauchen.


Die Pensionsplanung fängt mit 40 an und muss mit 50+ umgesetzt werden!
Lassen Sie sich von diesem Satz nicht erschrecken, sondern behalten Sie Ihre Work-Life Balance im Auge. Gönnen Sie sich die Gewissheit, dass Sie "das Leben" resp. "das Zeithaben" nicht immer wieder auf später, auf die Zeit nach der Pensionierung verschieben...

Im Idealfall gelingt bereits in den Jahren zwischen 50 und 60 resp. in der Karriereberatung 50+eine Form der Lebensgestaltung, die sich als optimale Vorbereitung auf die Zeit nach der (Früh)Pensionierung erweist. Damit ist der Grundstein für nachberufliche Aufgaben und Ziele bereits gelegt. Vorbereitung ist gut, Lebensplanung jedoch nur dann, wenn sie nach vorne offen bleibt. Freuen Sie sich, dass das Leben auch für Sie bis ins hohe Alter immer wieder schöne Überraschungen bereit hält.

Die Gestaltung der verbleibenden Berufsjahre und der Nachberufszeit gelingt am besten, wenn Sie den Wert einer gelegentlichen Standortbestimmung kennen und schätzen gelernt haben. Planen Sie Ihren Ruhestand? Machen Sie sich Gedanken über eine vorzeitige Pensionierung? Fragen Sie sich, ob ein Kapitalbezug oder die Pensionskassenrente die lohnendere Variante ist?

Je früher Sie mit der Planung beginnen, umso besser, einfacher, flexibler und individueller können Ihre Wünsche und Bedürfnisse im Alter berücksichtigt werden.

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