Neutrale Beratung
Generell stellt sich die Frage, wann ist ein Berater neutral? Kann ein Berater überhaupt neutral sein? Diese Frage hat einerseits mit Ethik und anderseits mit der Anzahl Partner zu tun.
Ethik:
Bei der Ethik, stellt sich nur die Frage, ob der Berater das Wohl des Kunden nie aus den Augen verliert und gewisse Produkte nicht aus Eigennutzen, sondern zum Nutzen des Kunden empfiehlt. Es stellt sich bereits hier die Vertrauensfrage:
Traut der Berater dem Kunden?
Wenn ja, so kann er sein Know-how voll zum Nutzen des Kunden einsetzen und der Kunde missbrauchst dieses Vertrauen nicht, in dem er die Pension danach ohne den Finanzberater umsetzt. Der ethische Finanzberater wird dem Kunden, in diesem Fall, immer die für den Kunden beste Lösung und nicht die für den Berater lukrativste anbieten.
Traut der Kunde dem Berater?
Wenn ja, so weiss er, dass er immer die für ihn beste Lösung erhält und voll vom Know-how und den Partnerbeziehungen des Finanzberaters profitieren wird.
Anzahl Partner:
Ein Finanzberater muss Zugang zum gesamten Markt haben. Er darf nicht gebunden sein. Nur ein ungebundener Finanzberater kann seine Unabhängigkeit voll zum Nutzen des Kunden umsetzen. Deshalb muss jeder Kunde die Partnerliste des Finanzberaters eingehend studieren und prüfen.
Ein besonderer Augenmerk sollte auf die Ausbildung des Finanzberaters gelegt werden. Hier stellt sich die Frage:
Welche Qualifikation kann der Finanzberater nachweisen?
Bei uns in der Schweiz unterliegt die Ausbildung für Finanzberater einem dauernden Wandel. Bekannte öffentliche und damit eidgenössische Abschlüsse sind Voraussetzung für eine fachlich gute Grundlage. Dazu gehören der Finanzberater mit eidg. Fachausweis IAF. Sämtliche Bezeichnungen anderer Art können Fantasiebezeichnungen genannt werden. Der Bezeichnung "diplomierter Finanzberater" können Sie misstrauen, es gibt Sie nicht. In keiner anderen Branche werden so viel erfundene Titel auf die Visitenkarten geschrieben. Seien Sie also auf der Hut und lassen Sie sich die Ausbildung genauer erklären. Ebenso hilfreich ist auch für den Kunden zu wissen, das sein Finanzberater einem Verband angeschlossen ist und damit sich laufend weiter bilden wird.
Arbeitet der Finanzberater und das Unternehmen schon lange in diesem Fachgebiet?
Erfahrung gilt in dieser Branche als besonders wichtig. Gerade in den letzten Jahren war die Finanzbranche von Fluktuation und Quereinsteigern geprägt. Arbeitet ein Unternehmen oder ein Finanzberater schon viele Jahre in diesem Beruf gilt das als Auszeichnung und ist ein Hinweis für zufriedene Kunden.
Ist Ihr Finanzberater Mitglied bei einer SRO.
Die Verhinderung der Geldwäscherei (Geldwäschereigesetz, GwG; SR 955.0 ) gehört zur Pflicht für einen Finanzberater. Zu diesem Zweck schliesst er sich einer Selbstregulierungsorganisation (SRO) im Sinne des Geldwäschereigesetzes an. Hauptziele eines solchen Vereins hier am Beispiel des VQF's: ( · Die Mitglieder zu einer standesgemässen und qualitativ hochstehenden Geschäftsethik zu verpflichten und deren Interessen im Bereich GwG wahrzunehmen, · für die Einhaltung der Bestimmungen des Geldwäschereigesetztes bei den aufgenommenen Finanzintermediären zu sorgen, · der Wirtschaftskriminalität entgegenzuwirken.) Ein Finanz-berater mit hohen ethischen und qualitativen Ansprüchen sollte Mitglied einer SRO sein.
Ist der Finanzberater Träger der Fondsvertriebsbewilligung der EBK.
Von Ihrem Finanzdienstleister erwarten Sie auch Informationen zu Ihren Anlagen. Anlagefonds spielen dabei eine gewichtige Rolle. Sollte Ihr Finanzberater über eine genügend gute Qualifikation verfügen, kann er bei der Eidg. Bankenkommission um die Bewilligung zum Fondsvertriebsträger ersuchen. Ein solches Bewilligungsgesuch setzt eine umfassende Prüfung durch die EBK voraus, worin neben anderem auch die Qualifikation, der gute Ruf und der Anschluss an eine SRO vorausgesetzt wird. Finanzberater die sich dieser Prüfung nicht unterziehen sollten keine Kunden beraten.
Werden in der Finanzberatung Risiken ausführlich besprochen?
Es liegt an der Natur der Finanzberater, die neue Lösung in den höchsten Tönen zu loben und dabei die Risiken nur am Rande zu erwähnen. Doch das ist zuwenig. Es ist oft schwierig und zeitaufwändig die Risiken der einzelnen Produkte zu erklären - doch hier zeigt sich die Kür des Beraters, denn jede Sache hat zwei Seiten, wozu neben den Chancen auch die Risiken zählen. Lassen Sie sich auch die Nachteile erklären - bevor eine Entscheidung getroffen wird.
Wird bei der Finanzberatung eine Dokumentenablage geführt?
Vielleicht sind Sie mir schon einmal gegenüber gesessen. Häufig erkläre ich die komplizierten Finanzinstrumente anhand einfacher Skizzen. Diese Zeichnungen dürfen Sie natürlich behalten. Wir sind nicht peinlich darauf bedacht sämtliche Spuren unserer Beratung zu verwischen, weil wir unserer eigenen Beratung nicht trauen. Wirklich gute Finanzberatung endet jedoch mit einer sauberen Dokumentenablage. Das erleichtert Ihnen und uns später die Übersicht über die Finanzen und verhindert Missverständnisse.